Covid-19: Unser Jahr …

Ende Februar: Alle kritisieren

Auch in NRW haben jetzt alle Schulen und KiTas geöffnet. Mal mit geteilten Klassen, mal alle zusammen – aber alle (Ausnahme KiTa) mit medizinischen Masken (OP oder FFP2). Tennis & Golf sind outdoor wieder geöffnet, ebenso die Friseure und die Blumenläden.

Da hat natürlich jeder was zu kacken: warum die und wir nicht … jetzt wird’s aber schlimm … warum geht das Öffnen nicht schneller? Viele Experten melden sich zu Wort, zB dieser hier:

Der Modellexperte Michael Meyer-Hermann (einer der NoCovid-Initiatoren) sagt: „Wir können eine Pandemie, die eine Zeitskala von zwei Wochen hat, nicht mit Entscheidungsprozessen kontrollieren, die sechs Wochen dauern. Weil wir dadurch immer der Pandemie hinterherlaufen. Wir müssen schneller werden als die Pandemie.“ (Q: NDR-Podcast „Die Idee”)

Klar, eine parlamentarische Demokratie, und dazu noch in einem förderalistischen System, ist denkbar ungeeignet, eine nicht warten wollende Krise wie eine Pandemie zu bekämpfen. Und dabei stagnieren die Zahlen von Inzidenz und R-Wert auf hohem Niveau.

Und dann noch täglich Nachrichten, dass hier und dort die Impfdosen nicht an die Frau / den Mann gebracht werden können, weil der Stoff von AstraZeneca nicht so hip ist … wer versteht diese Menschen? Erst geht es mit dem Impfstoff viel zu langsam, und wenn dann mehr zur Vefügung steht, wollen die Ochsen nicht. Naja …

Ich habe gestern mal geschaut, ob es bei uns schon ein Fenster geben könnte, aus dem wir mal unseren evtl. Impftermin ersehen könnten, irgendwann Richtung Sommer oder so. Denn derzeit sprießen die Anbieter in allen Branchen, bei denen man wieder was machen kann … aber nur mit Impfung.

In unserer Prüfung des Anspruchs kamen wir leider nicht sehr weit. Derzeit sind nur die über 80jährigen aufgerufen, und natürlich die Pflegenden in den verschiedenen Berufsgruppen. Bis die Betroffenen durch sind? Dann geht’s mit den über 70jährigen weiter, dazu kommen dann weitere Personengruppen mit Priorisierung (zuletzt zB Lehrer und Erzieher, klar, wichtig). Somit werden wir bis zum Sommer sicher an keinem der durch Impfen bevorzugten Angebote (Kino, Sauna, Veranstaltungen usw.) teilnehmen können. Ob wir mit dem Reisemobil fahren können????

In Bochum leben so um die 360.000 Einwohner, bei den klar sein dürfte, wie viele den einzelnen Gruppen zugehörig sind. Insoweit müsste ja so ein Zeitfenster auf Grundlage der Impfstoff-Zuteilung möglich sein … (müüüüste, müüüüste).

12. Februar: Alle jammern

Wie nach jeder Entscheidung der Regierung: WARUM die und nicht wir? Die Verlängerung des Lockdowns bis zu 7. März gilt bundesweit. Aber damit hat es sich …

  • Im Osten werden die Schulen ab 22. Februar geöffnet, so nach und nach. In anderen Ländern gelten andere, aber ähnliche Szenarien, nur halt völlig unterschiedlich – von ganz bis gar nicht –> Chancengleichheit für die Schüler, insbes. in den Abschlüssen???
  • In NRW soll es zur gleichen Zeit für die Grundschüler losgehen, zumindest im geteilten Unterricht. Die Abschlussklassen sollen komplett weiter machen.
  • Neue Konzepte? Klar, die vor einiger Zeit von Solingen geplante Trennung der Schüler*Innen, vom NRW-Bildungsministerium abgelehntes Verfahren, wird jetzt landesweit umgesetzt. Sonst nix neues im Westen. Ich lach mich kaputt … Ok, FDP halt.
  • Die Friseure dürfen, und wir nicht. Klar, wenn alle dürfen, wäre es ja keine Pandemie, Ihr Deppen!!!

Und dann noch die Mutanten:

  • Tirol wird in Österreich komplett abgeriegelt, weil die Infektionen aufgrund der Mutationen in die Decke gehen.
  • Gleiches gilt für Tschechien. Inzidenz-Werte von über 1.100 …
  • Im Grenzbereich gehen die Leute auf die Barrikaden, weil es mit geplanten Grenzkontrollen zu Einbußen kommt. OK, dann lieber eine dritte, total unbeherrschbare dritte Welle für alle???
  • In Tirol hat die Landesregierung keinen Lockdown verhängt, alle Geschäfte sind offen. Ok, mit Abstand und so, aber heftig, die Bilder aus Innsbruck — als wenn nix wäre. Und so’n schnoddriger Dorf-Politiker beschwert sich über Söder, der die Grenzen dicht machen will. Wer soll das kapieren, Ihr Vollpfosten???
  • Die tschechische Opposition hebelt den Katastrophenalarm in den heftigen Inzidenz-Gebieten (über 1.100 !!!) aus und freut sich einen Arm ab. Was sind das für Idioten?
  • Und die Deutschen? Planen Grenzkontrollen ab Sonntag, also in 3 Tagen, mit Ansage. Was passiert jetzt wohl genau an diesen Grenzen? Allesw noch mal schnell erledigen, hin & her, wie Hacke.
  • Is klar, wenn meine Bremsen hin sind, schau ich in drei Tagen mal nach, solange fahr ich weiter Vollgas.
  • Und wir sitzen hier schön in Demut und warten, dass sich die Welt bessert? Bei diesen Volltrotteln? Also liebe Tiroler, liebe Tschechen, liebe Briten und Ihr alle anderen CovidIdioten: Wir schauen bei den nächsten Reisen genau hin, wie Ihr euch in der Pendemie verhalten habt. Alle A….löche sehen uns nie wieder. Bitte weitersagen, vielleicht hilft’s, wenn’s ans Portemonnaie geht.

Heute, einen Tag nach dem wiederholten Treffen der Länderchefs mit der Kanzlerin, tröpfeln wieder die Verlautbarungen der Pressemedien ein (ganz vorne natürlich wieder unser Radio Bochum). Alles wie immer, verlängern, aber Schulen öffnen, Impfstrategie anpassen, hoffen auf den nächsten Termin 7. März, wenn da die Inzidenz unter 35 liegt, Friseure dürfen aber schon ab 1. März … alles habe ich noch nicht gehört. Aber nach Lesen vom „checkpoint“ (Zusammenfassung Tagesspiegel) schwant mir, es wird weiter gewurschtelt. Hier mal ein Auszug, mit dem ich auch mal zeigen möchte, wie guter Journalismus geht und besonders, wo der Unterschied zu Verlautparungsreportagen á la Funke Medien liegt:

Es sind Tage, an denen auch das Lächeln gefriert. Die Pandemie der schlechten Laune und kleinkarierten Kleinteiligkeiten inmitten einer nicht kleiner werdenden Krise, die weiterhin nach großen Lösungen verlangt, greift um sich, und längst sind auch Deutschlands Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten infiziert. „In den verschiedenen Mutationen des Virus ist eine dritte Welle angelegt, die wir bekämpfen müssen“, warnt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und musste sich dennoch im Vorabend ihrer Macht gestern Abend der anschwellenden Zwischenmacht der Fürstinnen und Fürsten der Bundesländer beugen.

Und weiter: die wichtigsten Zahlen und Daten im Überblick:

22. Februar: Die Bundesländer dürfen Kitas und Grundschulen wieder schrittweise öffnen; in Berlin soll das mit Wechselunterricht, mehr Selbsttests selbst für Kitakinder und ein paar Luftfiltern in Klassenräumen möglich sein. Ob in Berlin nur die ersten drei oder die ersten vier Klassen wieder den Ranzen umschnallen dürfen, will der Senat heute entscheiden. Merkel gab unumwunden zu, sich einen späteren Start gewünscht, sich aber im Kultusmister-Kleinklein nicht durchgesetzt zu haben. Immerhin: Lehrerinnen und Erzieher sollen früher geimpft werden als bisher geplant. Im Mai und Juni könnte es soweit sein, bis dahin bleibt im Klassenraum die Hoffnung zittrig: beim Frostlüften.

1. März: „Aus hygienischen Gründen“ (Beschlusspapier) und auch wegen „der Würde der Menschen“ (Söder) soll sich jede und jeder wieder Haare und Fußnägel schneiden lassen dürfen. Dazu der schnittige Kommentar von Pankows Bürgermeister Sören Benn (Linke): „Die einen gehen zum Friseur, die anderen raufen sich die Haare.“

7. März: Mindestens noch vier Wochen lang geht der Lockdown in die Verlängerung und werden Arbeitgeber weiter angebettelt, jetzt nun aber wirklich mal ernsthaft mehr Homeoffice zu ermöglichen. Außer in vielen Behörden und Bundestagsbüros natürlich.

35 von 100.000: Erst, wenn es so wenige Neuinfektionen pro Woche und pro 100.000 Einwohner gibt, dürfen Geschäfte, Museen und Galerien öffnen. „Wir müssen noch entscheidende Wochen durchhalten“, mahnt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Entscheidende Wochen, in denen das Durchwurschteln immer neue Mutationen erfährt. 35 ist das neue 50. Und 2021 das neue 2020.

Am 8. Februar treffen sich die Chef*Innen, um über die Fortsetzung der Corons-Maßnahmen zu sprechen. Täglich übertreffen sich unsere Lobby-Eliten mit Lockerungen für alle möglichen Bereiche. In den Schulen nach 1 Jahr: nix, gar nix, absolut nix

Einfach genial: Schulen, Schüler*Innen, Politiker*Innen – Danke Internet!

Wegen der Eisglätte auf dem Geländer haben wir den Vögeln eine Landebahn gebaut.

Flockdown am 6. Februar 2021

Ein richtiger Winter … über fast ganz Deutschland hinweg mit Temperaturen um die minus 10 Grad und kälter, auch tagsüber. Dazu Eisregen, der dicke Panzer aus gefrorenem Wasser hinterlässt, auf Straßen, Autos und allen Dingen, die draußen sind (zB auch unser Vogelhaus auf dem Balkon), und natürlich Schnee ohne Ende … 30, 40, 50 cm und mehr an Schneehöhen über der Mitte Deutschlands.

Sa., 6.2.2021 – viel Schnee in der Nacht auf Sonntag

Der Erderwärmung zum Trotz soll die Kälte im Wochenverlauf noch strenger werden (- 15 Grad und kälter) und auf jeden Fall eine ganze Woche andauern. Kein öPNV (in BO fährt nur die unterirdische U 35), keine Züge und chaotische Verhältnisse für die Pkw und Lkw, die sogar ganze Autobahnen zum Stillstand bringen, so dass stundenlange Staus die Folge sind. Die Obdachlosen sind total gebeutelt, und Corona tritt da schon fast in den Hintergrund.

Es gibt viele rührige Geschichten in Radio & TV, in denen sich Menschen helfen (Bauern bieten über Facebook einen Abschleppservice im Ländlichen), Feuerwehrleute beim Großbrand, selber von oben bis unten vom Eispanzer des Löschwassers ummmantelt, viele Helfer bis zum Anschlag. Dazwischen dann wieder Kopfschütteln, wenn Bochum zwar genügend Notschlafplätze bereitstellt, aber morgens müssen die Leute auf die Straße, raus bei 10 Grad Minus und eiskaltem Wind.

Der bis zum 15. Februar 2021 dauernde Lockdown wird natürlich verlängert; die Zahlen sind noch lange nicht unten und die Mutationen liefern erhebliche Befürchtungen … bis hin zu „Impfen wirkt nicht mehr“. Aber die Forderungen aus vielen Ecken sind schon sehr stark: KiTa, Schulen, Einzelhandel, Gastro – alle sind am Ende (oK, bei den Kindern sind wohl eher die Eltern am Ende, die „so mein sarkastischer Kommentar“, nun feststellen, dass da Kinder die Wohnung bevölkern, tagsüber in der Wohnung … wo kommen die bloß her?)

Anfang Februar: Entspannung?

So, geschafft? Geht’s aufwärts? Seit Tagen stagnieren die Infektionszahlen, sie gehen zwar langsam zurück, aber immerhin; BO derzeit mit unter 400 Coronafällen. In gleichem Maße sinken die anderen Werte; BO bei 70 in 7 Tagen auf 100Tsd. Auf der anderen Seite drohen die Mutanten. Sie bringen einige Länder ins Chaos, zB England und Portugal. Dort steht die 7-Tage-Inzidenz bei über 800, vor den Krankenhäusern stapeln sich die Rettungswagen, die Triage (wer wird behandelt?) ist an der Tagesordnung. Ganz schlimme Bilder, ausgelöst durch die Menschen, die insbes. den neuen Mutanten eine große Bühne geboten haben.

Genauso gegensätzlch, vermutlich noch aggressiver, verläuft die Diskussion über „Lockern oder nicht“. Hochachtung vor Frau Merkel, die so einen Hühnerhaufen- und Kindergarten-Laden zusammenhalten, bzw. auch noch über die Zeit des Lockdown bringen muss.

Und wegen bevorstehender Wahlen kommen jetzt natürlich auch die ans Tageslicht, die sich sonst eher aus der Verantwortung stehlen (jetzt kommt mir nicht wieder mit meiner Lindner-Aversion; es sind ja Tatsachen; Ihr erinnert Euch „lieber nicht als schlecht regieren“, aber dann den großen Macher rauskehren – geht doch gar nicht). Aber genau diese Menschen nerven. Ähnlich wie die Eltern, die ihre Kinder normalerweise in der „Betreuung“ wähnen, jetzt ganz plötzlich feststellen, dass auch werktags Kinder in der eigenen Wohnung rumrennen. Wo kommen die denn her???

Aber ma ährlich: da wird eine Tagesmutter gezeigt, die selber 4 Kinder hat; die sind natürlich bei ihr zuhause. Und dazu kommen 5 kleine Kinder, so unterhalb vom Kindergarten-Alter, die sie betreut und deren Eltern nicht darauf verzichten können. Und an der Stelle erlaube ich mir wirklich die Frage: geht es hier wirklich um die Kinder? Oder nur um Lippenbekenntnisse? Da hat sich unsere Gesellschaft von unseren „Eliten“ ganz schön verar….. lassen. Hier geht’s doch nur um billige, willfährige ArbeiterInnen, die dann ihre KInder einem genauso billigen System überlassen. Und die sich dann vorgaukeln (lassen), dass es den Kleinen mal besser gehen wird. Irgendwie lächerlich, oder?

zum Vormonat siehe nächste Seite


27. Januar: 1. Corona-Fall in D

Vor einem Jahr wurde die erste Corona-Infektion in Deutschland bekannt. Ein bay. Bürger war von einer ChinaDienstreise zurückgekehrt, wo er sich angesteckt hatte. Die Aufregung war damals noch recht bedeckt. Heute wird erwogen, die Einreise aus HotSpots zu verbieten oder an hohe Hürden zu binden. ZigTausende verreisen täglich in alle Welt – trotz touristischem Reiseverbot. Wir sind da mal richtig sprachlos, was eine Freiheit für mündige Bürger so alles umfasst. Schon mal herzlichen Dank an diese Mitmenschen, die sich egoistisch und event-orientiert um nix scheren als um ihr eigenes Wohl!

Jeden Tag solche und ähnliche Berichte aus ganz Deutschland – Doofheit, wohin man schaut
Ab & An mal auf die Alten hören

Ich habe vorgestern mal nach ganz langer Zeit einen alten Freund besucht, meinen ehem. Kollgen Harry. Total corona-konform: ich alleine bei ihm soz. am Gartenzaun, ein Bierchen dazu – läuft. Natürlich geht’s auch besser, aber wir sind den Umständen halt verpflichtet, sie sind ja da und nicht deshalb weg, weil wir sie gerade nicht sehen (das wäre sehr kindlich: die Kleinen machen die Augen zu und wissen: ich sehe Dich nicht, darum siehst Du mich auch nicht).

24. Januar: Verschärft & Verlängert

Ab morgen greifen weitere Verschärfungen, um die Zahlen wieder einzufangen. Mehr Homeoffice, bessere Masken im öPNV und beim Einkaufen … und eine Verlängerung bis 14. Februar – vorerst. Eigentlich wird es bis zu den Osterferien weitergehen, aber mit den gültigen Gesetzen darf die Regierung nur die nächsten 4 Wochen bestimmen. Die Schulen bleiben weiter zu, die KiTas sollen nur bei dringendem Bedarf besucht werden (welche Eltern haben keinen besonders dringenden Bedarf in diesen Zeiten?). In Berlin (als ein Beispiel) gibt es eine 28-seitige (!) Liste mit den Menschen, die die KiTa nutzen dürfen – ich wusste gar nicht, dass es so viele Berufsgruppen gibt. Und nun werde ich endlich mal ein paar Ausführungen zu den Abläufen in den Schulen machen, die mir schon sehr lange auf den Nägeln brennen. Da gab es in der Vergangenheit so viele Anstöße, aber ich habe immer an das Gute geglaubt. Naja, bei Lehrern an das Gute glauben … das hat in den 70ern schon Pink Floyd zu einem besonderen Lied motiviert; Ihr erinnert Euch an „Another Brick In The Wall“? Heute habe ich im Checkpoint (Tagesspiegel) eine Glosse gelesen, die meine Triebe von angesteuert haben:

Apropos Schule: Einen erschütternden Beitrag zum Stillstand der Dinge erstellte gestern die Schulleiterin des Werner-von-Siemens-Gymnasiums per dreiseitigem Verfahrensbrief an das Kollegium und die Eltern (ohne Abi kaum zu verstehen, und mit erst recht nicht). Fazit: Das verwendete Wort „Schulorganisation“ ist dort ein Euphemismus der Extraklasse. Im 12. Jahrgang entscheiden Schüler- und LehrerInnen per Mehrheitsabstimmung über Präsenzunterricht, dann gibt’s aber „Einschränkungen beim saLzH“ (schulisch angeleiteten Lernen zu Hause), weil die Lehrkräfte ja „erst noch den Heimweg bewältigenmüssen“. Der „Wandertag“ wird vorverlegt auf den 9.2. und umfunktioniert zu einem Zeugnisabholungsevent. Weitere Hinweise:

Da der Senat die Kolleginnen und Kollegen noch nicht mit Dienstgeräten ausgestattet hat, kann es keine Verpflichtung zur Nutzung von privater Technik geben.“

Bezogen auf die Arbeit mit der Technik in der Schule ist weiterhin anzumerken, dass insbesondere die aktuelle Internet-Anbindung der Schule, die das Bezirksamt bislang nicht in besserer Ausstattung genehmigt hat, ebenfalls zu erheblichen Einschränkungen beiträgt.“

Wie jeder Unterrichtsinhalt und jede Unterrichtsform im regulären Unterricht ist auch das Durchführen einer Videokonferenz eine Entscheidung jedes einzelnen Kollegen und jeder einzelnen Kollegin.“

Fast 12 Monate sind nun mit Corona ins Land gegangen. Da, wo es um’s Geld geht, insbes. um’s große Geld, gibt es Innovationen und Umsätze; da gbt es eine erhebliche Zahl an Gewinnern. Und es gibt viele Verlierer der Pandemie, und da braucht man nicht in die Ferne schauen. Kulturschaffende und deren Helfer, wie Techniker usw. Und unsere Kinder … zwar immer in Lippenbekenntnissen aller wichtigen Leute genannt … kriegen von Innovation und zuverlässiger Organisation auch nach Monaten nichts mit. Die Infrastruktur ist in der gesamten Zeit um keinen Deut besser geworden. Ok, in Berlin gibt es in 2021 endlich dienstliche Email-Adressen für die 33.000 LehrerInnen … einfach unglaublich. Das Festhalten am traditionellen Präsenzunterricht (30 SchülerInnen in einem Klassenraum) sollte verhindern, dass sich irgendjemand aus dem Schulbereich damit beschäftigt, wie es auch anders gehen könnte. Wo es Ideen gibt, die angespannte Lage mi t Kreativität & Technik zu entzerren, wird das mit Anweisungen unterbunden (zB Solingen, Herne). Da werden 1000 Gründe ins Feld gezogen, warum es keinen versetzten / geteilten Unterricht geben kann, warum der Samstag weiter schulfrei bleibt, warum LehrerInnen nachmittags besseres zu tun haben als Kinder zu unterrichten. Unsere eigenen Enkelkinder haben uns viele Geschichten erzählt von gebündelter Inkompetenz an Digi-Geräten (kann man das nicht in einigen Wochen beheben????), von Mangel an technischer Ausstattung (da werden etliche Milliarden in die Autoindustrie gepumpt, das WLan in den Schulen steht auf dem Stand des 19. Jahrhundert), von Resignation und Hoffnungslosigkeit in den Schulgebäuden. Und wenn die überwiegenden FDP-Kultus-/Bildungs-MinisterInnen vor der Kamera über ihre Verantwortung sprechen … einfach nur grottenschlecht. Da fordern die WissenschaftlerInnen und ExpertInnen für Virologie den Abstand nicht nur in Schulen, sondern auch davor und in den Bussen … die MinisterRiege führt das ad absurdum. SCHULEN SIND SICHER! Auch wenn bei den hohen Zahlen inzwischen keiner weiß, woher die Masse an Infektionen herrühren, die Schulen sind da nicht beteiligt. Boah eyh, weisse ???

Und so ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Menschen ihre Bildung aus der Bild beziehen – und die baut halt auf Meinungsmache, nicht auf Fakten!

17. Januar: Menschen sind triebgesteuert

Eigentlich läuft der verstärkte Lockdown erst seit 10. Januar. Aber schon heute wird bekannt, dass ein Ende am 31. Januar auf keinen Fall kommt und dass schon bald eine Verschärfung eintreten wird. Die Zahl der Corona-Todesfälle steigt stetig, inzwischen sind es mehr als 1100 täglich. Da auch die Infizierten-Zahlen nicht zurückgehen (mehr als 20.000 tägl.), muss was geschehen, so die Regierungen aus Bund & Ländern.

Allerdings sind die Regeln für viele Menschen nur Empfehlungen. Es gibt keine Kontrolle, so dass auch die „treuesten“ Follower der Regeln irgendwann aufgeben, weil sie erkennen, dass viele Mitbürger „ihr Ding machen“, ohne Rücksicht auf die Einschränkungen. Dazu kommen Lücken und Interpretationen, die die Regeln so sehr aufweichen, dass keiner mehr so richtig weiß, was überhaupt gilt. Diejenigen, die mit „gesundem Menschenverstand“ der Pandemie widerstehen, Abstände halten, Masken benutzen und die Kontakte rigoros minimieren, werden somit immer weniger. Der Mensch ist von seinen Trieben gesteuert, und solange diese nicht durch drastische Strafen als Konsequenzen von vernünftigen Kontrollen eingebremst werden, handeln sie nach ihren eigenen Bedürfnissen. Beispiele gefällig?

  • Ausflugs-/Skigebiete werden überrannt, trotz Corona-Hinweisen
  • Tägliche Berichte von Partys und Festen außerhalb jeglicher Corona-Regeln (Volle Krankenhäuser, Krematorien am Limit und im Wedding wird eine Hochzeit mit 60 Personen gefeiert. Als Ehrengast schaute die Berliner Polizei vorbei, stellte 56 Corona-Verstöße fest und beendete die Hochzeitsnacht vorzeitig. Aus Checkpoint, 18.1.2021)
  • Vor den „Mitnahme“-Läden lange Schlangen von Käufern
  • Baumärkte sind geöffnet (auch wenn nur für Gewerbetreibende, aber jeder kennt jemanden)
  • Wettbuden gleichen Ansammlungen, keine Abstände, keine Masken
  • Reisende (touristisch verboten) müssen in Quarantäne. Aber wer aus NL, F, oder sonst woher, mit dem Pkw einreist, hat keine Konsequenzen zu erwarten. Und geflogen wird derzeit kaum, das wird noch so einigermaßen kontrolliert.

Die Liste ließe sich unendlich verlängern – und jeder hat seine guten Gründe, sich regelwidrig zu verhalten, sein fieses , sozial-widriges Tun zu rechtfertigen. Derweil müssen insbes. diejenigen, die sich korrekt verhalten, unter immer schärferen Regeln leiden. Nur deshalb, weil die bestehenden Regeln nicht kontrolliert werden.

10. Januar: Lockdown-Verschärfung

Lockdown „light“ ab November, Verschärfung im Dezember, Lockerung über Weihnachten: es nützt dem Ergebnis wenig. Die Inzidenz-Zahlen gehen in ganz Deutschland weiter in die Höhe. Die angestrebten „50“ sind flächendeckend nicht in Sicht. Die am stärksten betroffenen Gebiete liegen nicht, wie man vermuten könnte, in den großstädtischen Bereichen (zB in umserem Ruhrpott), sondern in Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Berlin. Ist das Virus im Osten aggressiver? Oder ist die Mentalität dort virus-freundlicher?

Inzwischen wissen das auch die Wissenschaftler nicht mehr; denn eine Nachverfolgung der Infekt-Strecken ist schon seit langem nicht mehr möglich. Insofern kann jede/r von sich behaupten: bei uns ist alles im Lot, wir haben so gute Hygienekonzepte, da kann nichts passieren. Genau diese Argumentation schlägt bei den Schulen bundesweit durch. Entgegen der Experten-Tipps (Schulen nur mit den Mindeststandards wie Abstand, Masken usw. betreiben) wird seit Monaten nicht wirklich durchgreifendes organisiert (weil Schulen absolut sicher sind). Jede/r mit etwas gesundem Menschenverstand dürfte klar sein, dass hunderte von Schülern auf nem Haufen (vor den Schulen, in den Bussen, auf den Schulhöfen, in den Klassen) ohne jegliche Hygiene-Maßnahmen sehr virus-einladend sind. Alle vorgeschlagenen Konzepte (Halbieren der Klassen, größere Räume in Messen o. ä. anmieten, Luftreiniger usw.) wurden seitens fast aller Bildungsminister ignoriert; die NRW-Frau Gebauer hat sogar Zweifel an diesen wissenschaftlich fundierten Vorschlägen geübt: eine Schulmnisterin, die der Wissenschaft nicht glaubt – einfach der Hammer. Und so weiß eigentlich jede/r, der nicht mit dem Kopp anne Wand pennt: hier geht’s um wirtschaftliche Zusammenhänge, nicht um die Bildungschancen unserer Jungend. Denn mit diesem Hintergrund hätte man in den vergangennen Wochen und Monaten ganz super und easy einen geteilten Unterricht, digitalisiertes Lernen, mechanische Hilfen wie Luftwäscher usw, vorbereiten können. Jetzt, nach den Weihnachtsferien, ist nix passiert, außer dass die Zahlen weiter steigen. Somit kam die Reißleine von ganz oben: alle Schulen dicht, alle, auch die ersten Klassen. Die gehen jetzt auch ins Homeschooling, natürlich völlig unvorbereitet, weil noch vor den Ferien der Maßstab war: Schulen werden nicht mehr dicht gemacht. Da vergebe ich mal eine Schulnote an diese Verantwortlichen wie damals meine Latein-Lehrerin: 6! Aber eher eine 10-20, näher an Hundert.

Draußen auf den Straßen und Plätzen sieht man, warum die Zahlen nicht zurückgehen. Da muss man keine Wissenschaft bemühen. Es sind Leute ohne Ende unterwegs. Alle Läden dürfen zum Abholen geöffnet sein; unsere Beschwerde, dass wir als Ehepaar nur einen Besucher treffen dürfen, aber in den Wettbuden lebhafter Publikumsverkehr herrscht, teilweise ohne Masken, wird vom Ordnungsamt beantwortet: Wettbüros dürfen zur Annahme der Wettscheine geöffnet haben, der weitere Aufenthalt dort ist verboten. Wer will solche Regeln kontrollieren? Und so geht’s quasi um alle Regeln. Weil es bei der von Merkel angekündigten Bewegungsbeschränkung der 15 km-Grenze bei HotSpots über 200 alleine über 14 Ausnahmen gibt, haben die meisten Bundesländer (NRW auch) diese Einschränkung direkt weggelassen – weil nicht kontrollierbar. So bleibt es bei Emfehlungen, wie bei so vielen anderen Regeln auch. NRW: Die Einschränkung auf 1 Person wird im privaten empfohlen, nicht angeordnet. Wer en wenig in unsere Vergangenheit schaut, weiß, dass viele Menschen sich solchen Empfehlungen um ein sozail-adäquates Verhalten nicht unterwerfen: Freiheit über alles. Hält sich jemand an die Richtgeschwindigkeit (BRD als einziges Raser-Land in der EU), haben sich die Massen im Auto angeschnallt? Nö, erst als es Geld gekostet hat, Ihr erinnert Euch. Und in der gleichen Tod bringenden Pandemie wird auf Freiwilligkeit und Einsicht gesetzt … lächerlicher geht’s nun wirklich nicht. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr MitbürgerInnen denken, naja, ist ja alles nicht so schlimm … an uns liegt es nicht. Allerdings können die bislang fast 40.000 Tote nicht widersprechen.

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