Heimatgefühl-Diskussion für NRW und Ruhrpott?

Was man alles so lesen muss, wenn man eine Tageszeitung aufschlägt:

Ausländerhass – Gut verpackt als „Gier nach Heimat“

Hier mal eine passende Antwort:

Lieber Udo Schulz (oder wie Du immer heißen magst),

für mich bist Du ein armseliges Häufchen Elend, was sich gerne vor den Karren der ewig Gestrigen spannen lässt (vllt. bist Du auch selber einer dieser Pyromanen, die aus Unwissenheit & Dummheit Benzin ins Feuer schütten).

Schau mal bitte in die Doku „Der lange Abschied von der Kohle“ (ja, ich weiß, läuft halt nicht im HarzIV-TV). Da erfährst Du aus 1. Hand, wie sich das Ruhrgebiet im Rahmen der Industrialisierung (Kohle & Stahl) zu einem gut funktionierenden Schmelztigel mit Menschen aus aller Herren Länder (auch aus der Türkei, ja und sogar aus Bayern) entwickelt hat. Soziale Errungenschaften, hart durch die Arbeitnehmer erkämpft, stehen dort zu Buche, genauso wie die gemeinschaftliche Integration der ausländischen Arbeitnehmer. Und dass die Schlote nicht mehr rauchen, ist in den 60ern entschieden worden und hat nix mit Ausländern zu tun.

Jetzt mal zu Deinen verworrenen Aussagen:

Trinkhallen gibt es auch noch heute bei uns, viele inzwischen in ausländischer Hand; wer von uns Ureinwohnern geht denn noch anne Bude? Wer bringt sein Geld dorthin? Es lebe Aldi ,Liddel & Co. Auf jeden Fall ist es keinem Ur-Deutschen untersagt worden, ein Büdchen zu führen. Und eine besondere Förderung für Migranten zum Buden-Start-Up ist auch noch nicht beschlossen.

Die Kneipe um die Ecke ist tot – kein Feierabendbierchen mehr mit Fluppe. Das Rauchverbot ist vor 15 Jahren beschlossen worden, da waren die Ausländer m. E. nicht involviert. Vielmehr gilt auch hier das oben Gesagte: besser für 8,- ne Kiste Hansa, als für 2,50 ein Glas in einer der Gastwirtschaften. Dann doch lieber 3 Euro für nen Börger oder Döner? Unser Geiz, andere für ihre Dienstleistungsarbeit (Bier zapfen und bringen) zu bezahlen, hat den Tod der Kneipen herbeigeführt, und nicht die Einwanderungswelle. Wer solche Assoziationen pflegt und dafür wirbt, ist ein ganz schlimmer Finger.

Geschlossene Freibäder mit den Ausländern in einen Topf zu werfen, geht den gleichen Weg. Ich weiß / ich kann lesen, Du sprichst hier von einem nicht mehr vorhandenen Heimatgefühl, weil das alles fehlt. Aber der entscheidende Punkt ist doch, warum schließen die Bäder? Natürlich, weil es die bösen Zuwanderer gibt, die Dönerbuden betreiben. Wie bekloppt kann man sein?

Ich kenn mich in Duisburg nicht so aus, aber bei uns gibbet Pommesbuden ohne Ende. Und die rennen wie Harry. Aber davon bekomme ich kein Gefühl der Heimat; ich weiß nur, dass sich viele unserer Mitmenschen falsch ernähren … ansonsten könnten die fast-food-Läden nicht in der Masse existieren. Das Gleiche gilt für unseren Wochenmarkt. Ich gehe an die Stände, alles ur-deutsch (na gut, da gibt es einen Holländer, der Käse verkauft und einen Ostfriesen mit Fisch). Und die Käufer sind halt die gemischte Gemeinschaft der Bürger: dicke und dünne, große und kleine, Frauen und Männer, mit und ohne Schniedel, verkleidet und mit Glatze, schlaue und dumme, deutsch, russisch, itlaienisch, spanisch, türkisch, syrisch, nordafrikanisch usw. Nach der Definition von Dieter Nuhr ist für mich das alles relativ unwichtig: für mich gibt es im Groben nur zwei Sorten Menschen: Arschlöcher und Nicht-Arschlöcher.

Mit fehlendem Heimatgefühl hast Du angefangen, ganz im Verborgenen wie ein Rattenfänger, und dann entpuppst Du Dich, farbig und prächtig wie ein Schmetterling, als dumpf-brütender Nazi: Kirchen werden durch Moscheen ersetzt – ich lach mich tot!

Die Kirchen vor Ort müssen das Geld, welches sie brauchen, einnehmen. Das hat unser Staat zugunsten der Kirchen ganz gut geregelt: der Mitgliedsbeitrag wird direkt mit der Einkommenssteuer an die beiden Kirchen abgeführt. Wer keine Steuern zahlt, zahlt auch nix für den Erhalt dieser Kirchen. Gut geregelt hat der Staat ebenfalls (seit geraumer Zeit), dass man seine Mitgliedschaft ohne bürokratische Probleme kündigen kann. Und genau davon haben so viele Mitglieder Gebrauch gemacht, dass viele Kirchen nicht mehr existieren können. Sie mussten aus Geldmangel geschlossen werden. Sie wurden nicht durch Moscheen ersetzt, Du, Du, …, ich weiß gar nicht, wie man einen solch argumentierenden Verwirrten bezeichnen darf.

Und die Schrebergärten hier gibt es immer noch; allerdings gibt es schon eine Anzahl von Gärtnern mit ausländischen Wurzeln, die die freien Parzellen übernommen haben, weil viele Deutsche da keine Lust mehr drauf haben. Das ist die Wahrheit, und das ist wohl eine gelungene Integration. Aber man kann das alles auch ganz anders betiteln, sich hinter Heimat verstecken und sich als harmloser Irrer darstellen.

Liebe Udo Schulzes, Ihr seid aber nicht harmlos. Ihr seid höchstgradig gefährliche Irre. Aber dass unsere Politiker Schuld sind, kann ich in Teilen mittragen. Wenn Herr Orban als bester Freund der Bayern hofiert wird, dann ist das schon ein deutliches Zeichen; wenn sich andere von den AfDlern vor sich hertreiben lassen, anstatt sich über die Inhalte und die Ziele zu streiten …

Es gibt viele strittige Wege, die unsere gewählten Vertreter beschreiten (oder nicht beschreiten wollen). Es gibt viele Geschehnisse, die den Wählern sehr wichtig sind, die aber von den Gewählten, aus welchen Gründen auch immer, nicht angefasst werden. Darüber kann und soll man trefflich streiten. Aber irgendwelche Menschen wegen ihrer Abstammung, ihres Glaubens oder sonstiger, individueller Merkmale, für jede Misere  verantwortlich machen, ist einfach nur stupide und gehört nicht in eine ziviliserte Gesellschaft. Denn die hat Lesen und Schreiben gelernt, und damit kann man mal in die Geschichte gucken, was da so alles mit „minderwertigen Kreaturen“ angestellt wurde. Pfui Deibel ….

 

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