Erste Fahrten nach 7 Monaten „Stillstand“

Ab 2. November 2021 lag das Leben irgendwie am Boden. In den Osterferien hoben zwar die Urlaubs-Flieger wieder in alle Richtungen ab, die Campingplätze und die Ferienwohnungen mussten aber noch geschlossen halten. Bis Pfingsten gab es in den Bundesländern nur Modelle und Versuche …

Nach Ostern hatten wir (nicht die Einzigen) die Idee, einen Dauercampingplatz zu mieten; denn diese Mieter durften auf die Campingplätze. Im Emsland (Surwold) wurden wir fündig. Eigentlich nur für 4 Dauerplätze vorgesehen, hatten die Betreiber noch was frei. Und das recht unkompliziert, so schien es. „Kommt vorbei, wir regeln alles hier vor Ort“ – Anwort auf unsere Anfrage, welche Pflichten wir zu erfüllen hätten. Das hörte sich gut an, kein Papierkram, keine Vorab-Überweisung … als wir dann kommen wollten, wurden wir auf die Testpflicht hingewiesen: ohne Test keine Nutzung, und das in Niedersachsen alle 48 Stunden, wenn man länger bleiben will. Das war dann unser Versuch, im Lockdown zu campen (auf unsere Absage erhielten wir einen Stornoanforderung von 590 Euro – das sind ja mal wirklich ostfriesische Manieren).

Nach Pfingsten konnten wir in Rheinland-Pfalz ohne Testzwang campieren (nur für autarke Einheiten). Auch wenn sonst noch alles zu hatte, wir waren fort. Ein paar Tage mit Margret & Wolfgang in Bad Dürkheim, anschließend eine Woche im Lautertal am Camping Königsberg.

Knaus-Campingpark Bad Dürkheim: Radfahren, Spargel & Wein
Römer-Weingut in Ungstein

Von der Weinstraße ging es in den Pfälzer Wald, nördlich von Kaiserslautern. Eine tolle Landschaft, super grün, weil überwiegend gesunder Mischwald, und hügelig zwischen den Bachtälern von Lauter und Glan.

Und weil’s so schön war, sind wir Mitte Juni nochmal für 1 Woche zum Camping am Königsberg in Wolfstein (Kreis Kusel im Lautertal) gefahren. Sehr ordentlicher Platz, recht klein und überschaubar, sehr gepfelgt.

Neben dem Radeln mussten wir auch ab und an wandern. Der Weg zum Königsberg war über einen Steig zu erreichen, da mussten wir die Räder stehen lassen. Und da konnten wir Flachland-Tiroler erfahren, was 568 m Höhe bedeuten = drei Tage Muskelkater in den Waden.

Bei dem zweiten Besuch gab es eine echte Sommerhitze mit weit über 30 Grad. Radfahren war da eher weniger angesagt, Laufen sowieso, aber täglich konnten wir ins benachbarte Freibad. Sehr interessant zu sehen, was manche Gemeinden / Gemeindeverbände für ihre Bürger machen. Ein riesiges, tolles und beheiztes Bad, für Schwimmer, Nichtschwimmer, große Planscher, kleine Planscher, Sprungbecken und ein Becken mit Schwimmbahnen. Und dass für ein paar tausend Bürger, von den paar Touristen des Campingplatzes mal abgesehen. Zum Vergleich: Wattenscheid mit ca. 80.000 Einwohnernein und nur ein wesentlich kleineres Freibad.

Und über den Platzwart kamen wir dann auch noch in den Genuss einer Stadtführung in Lauterecken. Wir waren schon mal vor ein paar Jahren dort auf dem WoMo-StP „Toskana“ (GuckstDu) und auch jetzt zum Einkaufen; nach unseren eigenen Feststellungen: nix dolles. Aber dass da so einige Blickpunkte waren, brachte uns der Stadtführer (ehem. Polizist und jetzt im Stadtrat) nahe. Eine Geschichte, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht und echte kleine Kostbarkeiten zeigte, wie das Schloss, was über die Jahrhunderte wirklich toll erhalten wurde und heute so renoviert noch für viele Bereiche nutzbar geblieben ist.

Fast drei schöne Wochen insgesamt, auch wenn wir einige Herausforderungen meistern mussten:

  • Marinas Fahrrad blieb zwischendurch zuhause mit einem totalen Defekt bei einer Radtour mit Martina & Michael in Witten liegen und musste auf den Pkw-Träger (Reparatur über MIriam, Kette war nur gerissen).
  • Für die zweite Woche konnte uns Denise mit ihrem Rad aushelfen, damit wir im Pfälzer Wald wenigstens ein wenig mobil sein konnten.
  • Auf der zweiten Fahrt gen Pfalz ereilte uns eine fatale Reifenpanne, bei 100 km/h auf der A 52, noch vor der Ruhrtalbrücke. Der Drucksensor machte aufmerksam, und in Sekunden waren 5,5 Bar Luft auf 0. Da blieb nur der Notstopp auf dem Standstreifen. An eigenes Wechseln war dort ohne Absicherung nicht zu denken, deshalb holten wir den ADAC zur Unterstützung. Zum Glück hatten wir ein vollwertiges Ersatzrad dabei, sonst wäre die Fahrt an dem Sonntag dort vorbei.
  • Unsere Dichtung der Wohnungstür ging in die Knie, die Tür war kaum richtig nutzbar; Schleifen, Klemmen … wir hoffen, das unser Haustischler (St. Telle) das meistern kann … auf jeden Fall konnten wir das über’s Internet aus der Pfalz anbahnen.

Letztlich hat alles irgendwie geklappt … Sophie hat ihr Abitur bestanden, Celine hat ihre Ausbildung bestanden, wir bekommen nächste Woche die 2. Impfung … es könnte uns schlimmer getroffen haben. Und so freuen wir uns auf die nächsten Reisen, auch wenn wir in den Sommerferien daheim bleiben (Ausnahme Schloss Dankern), weil die Familien mit dem Kindern Vorrang haben.

Und der Kopter durfte auch ein wenig fliegen:

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